Kaum ein Ort steht so sehr für die Provence wie die Abbaye Notre-Dame de Sénanque. Eingebettet in ein kleines Tal des Luberon und umgeben von leuchtenden Lavendelfeldern zählt das Kloster zu den bekanntesten Fotomotiven Südfrankreichs.
Besonders im Sommer entsteht hier eine beinahe perfekte Postkartenkulisse: das mittelalterliche Kloster aus hellem Naturstein vor violett blühenden Lavendelfeldern – eingerahmt von den sanften Hügeln der Provence.
Doch Sénanque ist weit mehr als nur ein Fotospot. Die Abtei blickt auf eine bewegte Geschichte von fast 900 Jahren zurück und gehört zu den bedeutendsten Klöstern der Provence.

Die Geschichte des Klosters Sénanque
Gegründet wurde die Abtei im Jahr 1148 von Mönchen des Zisterzienserorden. Die Zisterzienser waren bekannt für ihre strenge Lebensweise, ihre Bescheidenheit und ihre abgelegenen Klosterstandorte.
Die Mönche suchten bewusst stille Täler fernab großer Städte, um sich dem Gebet, der Arbeit und der Landwirtschaft zu widmen. Das abgeschiedene Tal von Sénanque bot dafür ideale Bedingungen.
Im Mittelalter entwickelte sich das Kloster schnell zu einem wichtigen religiösen und wirtschaftlichen Zentrum der Region. Die Mönche betrieben Landwirtschaft, bauten Lavendel an und lebten weitgehend autark.
Die Blütezeit der Abtei dauerte bis ins 14. Jahrhundert. Danach führten Kriege, Seuchen und wirtschaftliche Probleme zu einem langsamen Niedergang.
Die Französische Revolution und der Verfall
Wie viele religiöse Einrichtungen Frankreichs wurde auch Sénanque während der Französische Revolution schwer getroffen. Im Jahr 1791 wurde das Kloster aufgelöst und verlassen.

Die Gebäude verfielen über Jahrzehnte hinweg. Erst im 19. Jahrhundert begann eine langsame Wiederbelebung des Klosters. In den 1930er Jahren kehrten erneut Mönche nach Sénanque zurück und restaurierten die historische Anlage schrittweise.
Bis heute leben hier wieder Zisterziensermönche, die das Kloster bewohnen und die jahrhundertealte Tradition fortführen.
Schlichte Architektur voller Schönheit
Im Gegensatz zu vielen prunkvollen Klöstern der Provence beeindruckt Sénanque gerade durch seine schlichte Architektur. Die Zisterzienser verzichteten bewusst auf übermäßigen Schmuck und konzentrierten sich auf klare Formen und spirituelle Ruhe.
Besonders sehenswert sind:
- die romanische Klosterkirche
- der historische Schlafsaal der Mönche
- der Kapitelsaal
- der wunderschöne Kreuzgang
Der Kreuzgang zählt zu den Highlights der Abtei. Seine 48 Arkadenbögen mit kleinen Steinsäulen verleihen dem Innenhof eine außergewöhnlich harmonische Atmosphäre.
Die Kombination aus einfacher romanischer Architektur und der natürlichen Umgebung macht Sénanque einzigartig.
Die Lavendelfelder von Sénanque
Weltberühmt wurde das Kloster vor allem durch die Lavendelfelder direkt vor der Abtei. Die violetten Blüten bilden im Sommer einen spektakulären Kontrast zum hellen Naturstein des mittelalterlichen Gebäudes.
Die Lavendelfelder sind nicht nur Dekoration, sondern Teil der jahrhundertealten landwirtschaftlichen Tradition des Klosters. Schon die Mönche des Mittelalters nutzten Lavendel als Heilpflanze und für die Herstellung von Ölen.
Heute gehört die Ansicht der Lavendelfelder von Sénanque zu den meistfotografierten Motiven der gesamten Provence.

Hinweis: Das Originalfoto ist mit AI nachbearbeitet, um die Lavendelfelder beim Blühen zu zeigen.
Wann ist die beste Reisezeit?
Wer die berühmten Lavendelfelder in voller Blüte erleben möchte, sollte seine Reise gut planen.
Beste Zeit für Lavendelblüte:
- Ende Juni bis Mitte Juli
In dieser Zeit stehen die Felder normalerweise in voller Blüte und zeigen ihr intensivstes Violett. Je nach Wetter kann die Blüte leicht früher oder später beginnen.
Beste Uhrzeit:
- Früh morgens
- Später Abend kurz vor Sonnenuntergang
Dann ist das Licht besonders weich und die Touristenmengen sind deutlich kleiner.
Warum die Nebensaison empfehlenswert ist
Das Kloster gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Provence und wird besonders im Sommer von vielen Reisegruppen besucht.
Wer Sénanque entspannter erleben möchte, sollte:
- möglichst früh am Morgen kommen
- die Hauptreisezeit im Hochsommer meiden
- einen Besuch im Frühjahr oder Herbst einplanen
In der Nebensaison wirkt die Abtei deutlich ruhiger und die spirituelle Atmosphäre kommt besser zur Geltung.
Sehenswürdigkeiten in der Umgebung
Gordes
Eines der schönsten Dörfer Frankreichs mit spektakulärer Lage auf einem Hügel.
Roussillon
Berühmt für seine roten Ockerfelsen und farbenfrohen Häuser.
Forêt des Cèdres du Luberon
Wunderschönes Naturgebiet mit Wanderwegen und Aussichtspunkten.
Pont Julien
Eine hervorragend erhaltene Römerbrücke aus der Antike.
Tipp:
Das Kloster von Sénanque sollte man unbedingt zwischen Juli und Anfang August besuchen, da der Lavendel in der Regel schon mitte August geerntet wird.
Sehenswürdigkeiten:
- Besichtigung des Klosters (Dormitorium, Basilika, Kreuzgang)
- Lavendelfelder um Sénanque
Infos:
- Eintritt: 7,- €
- Kinder: 3,- € (6 bis 18 Jahre)
- Besichtigungszeiten: Geschlossen zwischen 05. und 18. Januar 2015 ansonsten 14:15 und 15:30 Uhr | Februar bis April 2015: 10:30, 14:30, 15:30 und 16:30 Uhr (3. April geschlossen sowie Sonntag Vormittag) | Mai 2015: 10:10, 10:30, 14:30, 15:30, 16:30 (14. Mai geschlossen sowie Sonntag Vormittag) | 01. Juni bis 04. Juli 2015: 10:10, 10:30, 14:30, 15:10, 15:30, 16:10 und 16:30 Uhr (15. August geschlossen und Sonntag Vormittag) | 05. Juli bis 31. August 2015: 10:10, 10:30, 14:30, 15:10, 15:30, 15:45, 16:00, 16:15 und 16:30 Uhr (15. August geschlossen und Sonntag Vormittag | September 2014: 14:30, 15:30 und 16:30 (Geschlossen am Sonntag Vormittag) | 01. Oktober bis 11. November 2014: 14:30, 15:30 und 16:30 Uhr (Geschlossen am 1. November und Sonntag Vormittag) | 12. November bis 31. Dezember: 14:15 und 15:30 Uhr (Geschlossen am 13. und 25. Dezember sowie den Vormittagen)
- Lage: an der D177
- Webseite: Kloster Sénanque
Stand: September 2014










